Gedanken zum Lehrtext am Pfingstsonntag (31. Mai) 2020

S. Hermann & F. Richter – pixabay

Pfingsten und Tauben gehören für mich zusammen wie der Glaube an Jesus und der Heiligen Geist. Seine Wirkungen erkennt man am besten in Trost, Gerechtigkeit und Frieden unter den Menschen. Dafür steht als Symbol auch die Taube, die am Ende der Sintflutgeschichte auftaucht. Auslöser für die Flut war maßlose Gewalt zwischen den Menschen, doch nach der Flut ist ein Neuanfang für die gesamte Schöpfung möglich. An dieser Wegmarke bringt die Taube einen grünen Zweig zu Noah und zeigt so: Die Erde ist bereit für die Neuanfang – für Frieden der Menschen untereinander und mit der Natur. Zu Recht erkannte die Friedensbewegung diesen Zusammenhang und seitdem ist die Taube auch Zeichen für den Wunsch nach Frieden. 

Doch wir wissen, dass die Geschichte der Menschheit weiterhin massiv von Gewalt geprägt wird. Das zeigt auch der Mord an George Floyds. Sein Tod steht in einer Kette von Mord und Todschlag weißer an schwarzen Menschen. Die Idee, Weiße – europäisch stämmige Menschen – könnten selbstherrlich über Leben und Tod Anderer entscheiden, kann sich jedoch nicht auf den biblischen Glauben berufen. Seit dem Tod Jesu am Kreuz ist offensichtlich: Gott will keine Toten, sondern Menschen, die friedlich miteinander leben. 

Im Heilige Geist ruft Gott alle Menschen zu gegenseitige Solidarität und überwindet die von Menschen gemachten Klassengrenzen. Die beiden Pfingstfeiertage geben uns besondere Ruhe für Gedanken und Gebete des Friedens.

Paulus schreibt: „Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.“ (1. Korinther 12,13)

Ich wünsche gesegnete Pfingsten.

Martin Pommerening

S. Hermann & F. Richter – pixabay