Checkliste für private Feiern in SH

Das Land Schleswig-Holstein hat erneut die Verordnungen zu Versammlungen in Hinblick auf die Entwicklung der Corona-Pandemie angepasst. Wichtig sind mir nicht allein die Vorgaben für kirchliche Veranstaltungen, sondern auch die für private Zusammenkünfte – etwa für Feiern nach Konfirmation, Taufe, Trauung oder Beerdigung.

Ein sehr übersichtliches Blatt der Landesregierung stellt die einzuhaltenden Regeln deutlich vor Augen:

Checkliste – Allgemeine Anforderungen für private Veranstaltungen und Feiern (PDF 140KB, Datei ist barrierefrei/barrierearm)

Der derzeitige Stand (30.6.2020) gilt seit Montag, 29.6.2020.

Dies sind die ersten drei von fünf Punkten der Checkliste. Ganz wichtig sind die FÜNF UNTERPUNKTE DER HYGIENSTANDARDS&ABSTANDSGEBOT !!!

Die Frage

Die Frage ist nicht „wo ist Gott?“ , sondern Gott fragt : „Wo bist Du?

Das Kreuz Jesu und die Überwindung des Rassismus am Lynchbaum — Dominik Gautier über Black Theology

Der Oldenburger Theologie Dominik Gautier hat im Gespräch mit Benedikt Schulz sehr eindrucksvoll darauf hingewiesen, dass „Schwarze Theologie“ zentrale Einsichten verdeutlicht, die auch von Christinnen und Christen in unseren Landen wahrgenommen werden müssen, um Rassismus zu erkennen und zu überwinden.

Dominik Gautier hat als Student am Union-Seminary (NY-City) studiert und verweist in Gespräch insbesondere auf James H. Cone als Wegbereiter „Schwarzer Theologie“ und eines „Schwarzen“ Verständnisses des Kreuz.

Hier der Link zum Podcast des Beitrags „Rassismuskritik als theologische Forderung – Dominik Gautier über Black Theology“ , der am 4. Juni 2020 als Teil der DFL-Sendung „Tag für Tag“ veröffentlicht wurde:

onedemand-mp3.dradio.de oder auch podcast.de

Hinweis: Das Buch von James H. Cone „Kreuz und Lnchbaum“ erschien 2019 bei mutual blessing edition in deutscher Übersetzung von Ursula H. Sieg mit einem Vorwort von Jürgen Moltmann. Es ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Verlag.

Der Geist Gottes überwindet Rassismus

Ich kann nicht schweigen: Der Rassismus in den USA betrifft auch uns in Deutschland. Auch bei uns müssen wir uns davor hüten, Menschen anderer Kultur oder anderen Aussehens in ihrer Würde und ihren Rechten zu diskriminieren.

Der Geist Gottes macht uns gerade am Pfingstfest darauf aufmerksam. Er verbindet die Hörenden. Und doch müssen wir unsere Beiträge dazu leisten. Christenpflicht entspringt dem Hören auf den Geist, wie es die Pfingstgeschichte in der Apostelgeschichte zeigt.

Ich bitte Gott, dass er uns den Rassismus überwinden lässt in seinem Geist und seiner Kraft der Liebe.

Der Beitrag von Klaus Brinkbäumer in der heutigen ZEIT ist so erhellend – und formuliert auch meine Trauer.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-06/usa-rassismus-george-floyd-donald-trump-polizeigewalt/komplettansicht

Gedanken zum Lehrtext am Pfingstsonntag (31. Mai) 2020

S. Hermann & F. Richter – pixabay

Pfingsten und Tauben gehören für mich zusammen wie der Glaube an Jesus und der Heiligen Geist. Seine Wirkungen erkennt man am besten in Trost, Gerechtigkeit und Frieden unter den Menschen. Dafür steht als Symbol auch die Taube, die am Ende der Sintflutgeschichte auftaucht. Auslöser für die Flut war maßlose Gewalt zwischen den Menschen, doch nach der Flut ist ein Neuanfang für die gesamte Schöpfung möglich. An dieser Wegmarke bringt die Taube einen grünen Zweig zu Noah und zeigt so: Die Erde ist bereit für die Neuanfang – für Frieden der Menschen untereinander und mit der Natur. Zu Recht erkannte die Friedensbewegung diesen Zusammenhang und seitdem ist die Taube auch Zeichen für den Wunsch nach Frieden. 

Doch wir wissen, dass die Geschichte der Menschheit weiterhin massiv von Gewalt geprägt wird. Das zeigt auch der Mord an George Floyds. Sein Tod steht in einer Kette von Mord und Todschlag weißer an schwarzen Menschen. Die Idee, Weiße – europäisch stämmige Menschen – könnten selbstherrlich über Leben und Tod Anderer entscheiden, kann sich jedoch nicht auf den biblischen Glauben berufen. Seit dem Tod Jesu am Kreuz ist offensichtlich: Gott will keine Toten, sondern Menschen, die friedlich miteinander leben. 

Im Heilige Geist ruft Gott alle Menschen zu gegenseitige Solidarität und überwindet die von Menschen gemachten Klassengrenzen. Die beiden Pfingstfeiertage geben uns besondere Ruhe für Gedanken und Gebete des Friedens.

Paulus schreibt: „Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.“ (1. Korinther 12,13)

Ich wünsche gesegnete Pfingsten.

Martin Pommerening

S. Hermann & F. Richter – pixabay

Gedanken zur Tageslosung am Sonntag, 10. Mai 2020 (Muttertag)

„Tu, was dir vor die Hand kommt; denn Gott ist mit dir.“ (1. Samuel 10,7)

Einen solchen Segen der Mutter wünsche ich jedem Kind, das aus dem Haus geht. Allerdings läßt sich Gott nicht für jedes Handeln von Menschen in Verantwortung nehmen: Als Kaiser Wilhelm II seine Truppen mit dem Spruch „Gott mit uns“ am Koppelschloss in den Krieg schickte, verweigerte sich Gott des Kaisers Machtanspruch. Auch die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche im Zentrum Berlins fiel Hybris zum Opfer. 

Schon der erste König Israels, Saul aus Benjamin, war darauf angewiesen, dass seine Macht ihre Grenze fanden an den Geboten Gottes. Denn der Allgütige bindet seinen Segen an ein menschliches Handeln, dass seiner Liebe entspricht – und sich daher an seine Gebote bindet. In Jesu Handeln wurde das eindrücklich sichtbar.

75 Jahre Frieden in unserem Land lassen mich staunen über die Leistungen derer, die ein oder gar zwei Weltkriege überlebten und mir ein Aufwachsen in Selbstbestimmung und Weltoffenheit ermöglichten.

Dankbar bin ich allen, die ihre Kinder mit verantwortungsvollen Reden und Handeln dabei unterstützen ihr Leben als Gestaltungsaufgabe im Zusammenhang weltweiter Menschheit zu begreifen. Und noch immer erleben Kinder vor allem Frauen als Erziehende in Familie, Kindergarten und Schule.

An diesem Sonntag unterstreiche ich den Dank an unsere Mütter.

Gedanken zum Montag, 4.5.2020

Der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Lk 14,22

Abstand ist gesund. Diese Worte begleiten uns nun auf Schritt und Tritt. 

Auch in Gottesdienste, deren Verbot heute gelockert wird. Genauer gesagt: Gebetsgottesdienste mit maximal einer Person je 15 Quadratmeter sind nun wieder erlaubt. Aber kein Chor. Das bleibt eine schwerwiegende Beschränkung, denn gemeinsamer Gesang ist eine der ursprünglichsten Lebensäußerungen reformatorischer Gemeinden. 

Doch das Verbot hat seine Berechtigung in der Abwehr der Pandemie. Corona ist Feind — nicht staatliche Verbote.

Leere Kirchen sollen sich erneut füllen. Aber schrittweise. So geschieht es auch im Gleichnis vom Großen Abendmahl. Darin berichten die Mitarbeitenden dem Hausherren, wie sich dessen Haus nach und nach füllt. Ein volles Haus ist das angestrebte Ziel. Der Weg dahin ist offensichtlich lang und mühsam. Doch die Mitarbeitenden werden bestärkt und ermutigt. Die Zeit der Distanz wird mit Zuversicht durchschritten. Die noch nicht eingelöste Hoffnung: Am Ende wird herzliche Gemeinschaft auch körperlich wieder möglich.

Gott sei Dank!